25 Damen gehören zum Frauenchor Adorf.

Dienstags um 19 Uhr im Vereinshaus Adorf wird geprobt.

Wert auf gute Aussprache wurde von Anfang an gelegt. Das ist das Verdienst des Ehepaares Spindler. Von Vorteil war, daß beide nicht aus der hiesigen Region stammen. Der Frauenchor Adorf war nach wenigen Jahren schon bekannt für das gute Verständnis seiner Lieder. Darauf konnte seine 2. Leiterin aufbauen. Uta Loth legt nun noch besonders viel Wert auf eine frische und fröhliche Ausstrahlung. Nicht langweilig singen und steif dastehen, das wäre ihr und auch den Damen ein Grauen. Dabei ist das Singen harte Arbeit.

In den Proben wurde verstärkt a cappella gesungen, zu 2 Stimmen kam manchmal noch eine dritte hinzu, es wurde gejammert und lautstark protestiert und doch wieder probiert und sie kamen immer wieder, die Sängerinnen. Zum Glück auch Uta Loth, die „ihre“ Frauen immer wieder von deren versteckten Möglichkeiten überzeugen konnte.

Kritik vertragen müssen die Sängerinnen schon können. Es kam aber dabei noch zu keiner Notenschlacht (Nein, nicht Notschlachtung). Das mag auch daran liegen, dass sie nicht auf den Mund gefallen sind und wiederum ihrer Leiterin sagen, was ihnen nicht gefällt.

Immerhin sind sie alle älter an Jahren und damit erfahrener im Leben. Und sie können Uta Loth noch so manches Lied vorsingen, welches sie nach eigenem Bekunden tatsächlich noch nie gehört hat. Bei einer Pianistin, die eher Chopin und Schumann spielt, dürfte das nicht verwundern.

Und das hört sich dann so an:

Und bitte noch einmal. … und noch einmal … und noch einmal … und …

Nein, nein, nein, das war ganz falsch.

Könnt Ihr nicht mal Eure Maarguschen halten!

Bitte sprecht doch mal: ich, nicht, Mäd-chen, Lieb-chen, Licht, Häs-chen

Ihr müsst mitzählen, das ist ein 3-er Takt. Könnt Ihr schon bis 3 zählen?

Nein, Ihr „Alten“ habt jetzt Pause.

Wollt Ihr nun, oder lassen wirs bleiben?

Übertreiben müsst Ihr: werdön, bleibön, haltön, sprechön, singön.

Ruhe, jetzt rede ich.

Das war jetzt aber gar nischt, ganz schrecklisch, gräulisch, ärgerlisch.

Und ein Lob kommt dann auch mal mit vor, leider aber viel zu wenig: "Ach, das war aber jetzt schön."

Auftritte und spaßige Begebenheiten gab es viele. Z. Bsp. stand der Chor bei einem Pyramidenanschieben einmal komplett im Dunkeln. Die Noten am Piano konnten nur mit einer fix herangeschafften Taschenlampe beleuchtet werden. Ein anderes Mal wurden für den Auftritt im Freien Chormikrofone bestellt. Mikros waren dann auch da, sie kamen sogar von den Meinersdorfer Blasmusikanten. Eins mit der Aufschrift Trompete und eins vom Saxophon. Wahrscheinlich hat aber jemand die große Lautstärke dieser Instrumente mit der geringen Kapazität der doch wieder nur Sprechmikrofone verwechselt. Das alles tat der Freude am Singen keinen Abbruch. Als auf einem Weihnachtsmarkt der 2. Teil des Programms über den Haufen geschmissen wurde, weil das (etwas berauschte) Publikum lautstark s`Rachermannel und ähnliche Gassenhauer forderte, wurden eben die gesungen.

Feste feiern können die Sängerinnen natürlich auch, selbstverständlich ohne Mann, aber mit Wein und Gesang. 3 mal im Jahr ist Standard und da „geht’s zu Faden“. Und Ausfahrten dürfen nicht fehlen, z.B: in den Wörlitzer Park mit einem standesgemäßen Auftritt am berühmten Tor der Lutherkirche zu Wittenberg.

Nachwuchs hat in seinem doch noch recht kurzen Leben der Frauenchor schon zu mehr als der Hälfte bekommen. Das ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass immer wieder Sängerinnen neu dazukommen. Alle wollen bis zur Sängerrente singen, und wann die eintritt, das hat noch kein Gesetzgeber festgelegt….

Großartige Unterstützung gibt es für die Frauen vom Chor vom Heimatverein Adorf e.V. Ob es die Technik ist oder der Druck und die Verbreitung von Plakaten, Hilfe wird in Adorf sowieso groß geschrieben. Und auch ihre Ehegatten und Lebensabschnittsgefährten sollen hier erwähnt werden. Ohne die Unterstützung der Familien geht nichts. Und es sind oft die Männer, die geduldig wartend am Rande stehen und sich freuen, wenn sie dann endlich mal wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.

Stimmoel, Rhythmusbutter und Notenfett schmieren die goldigen Kehlen. Ein Lied auf den Lippen lässt den Tag bunter, das Leben leichter und die Freude größer werden.

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